B43: Hofmannsthal, Hugo von_3 an Arthur Schnitzler, Abschrift, Seite 31

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entgegenfahren kann. Geht es dann wegen Poldy oder anderem nicht, so habt
Herzlichst Ihr Hugo
Ihr doch nichts schlechtes gemacht.
Montag 19/7 97
Mein lieber Arthur, ich habe erst heute erfahren dass Papa nächsten
Montag von hier abreist, so möchte ich doch nicht gern die letzten Tage
von hier fort und wir lassen also lieber das rendez vous. Es tut mir sehr
leid, aber wenn wir beide etwas gearbeitet haben werden, wird es eine grosse
Freude sein, uns im Spätherbst wieder zu sehen. Sie schreiben mir wohl
hie und da eine Zeile nach Italien, ich werde Ihnen immer meine Adresse
zukommen lassen. Die Mozartbiographie ist ein entzückendes Buch von einer
unglaublichen Ausführlichkeit und Intimität. Man gewinnt ihn sehr lieb. Ich
im August
schicke Ihnen die beiden Bande nach Wien. Werde ich von Richard nie
auch nur
eine Zeile bekommen? Es ärgert mich sehr.
Ich wünsche Ihnen für die nächsten 2 Monate alles Gute Von Herzen Ihr Hugo
undatiert Dienstag
99
Lieber Arthur, bitte seien Sie noch xxxx vor Ihrer Abreise so gut mir
hierher den Namen und die Adresse des Ischler Arztes zu schreiben, den Sie
für den besten halten (neben Widerhofer). Poldys Nervosität hat sich nämlich
in eine unausgesetzte martervolle Angst vor Schwindsucht verwandelt, zum
Theil hervorgerufen durch eine unvorsichtige aber gar nicht beängstigende
Aeusserung Schrötters. Er muss also von Aussee aus die Möglichkeit haben
sooft er will einen Arzt zu sehen, der ihm die Unschädlichkeit des betref-
fenden Symptoms, das er sich von Tag zu Tag wechselnd einredet, nachweist.
Hugo
Im Voraus dankt Ihnen
27/VII
100
Bitte seien Sie so lieb und schicken Poldy (Villa Andrism Alt Aussee)
möglichst bald ein Buch wo Symptome gewöhnlicher Neurasthenie drinstehen,