B66: Mann, Heinrich, Seite 54

12. Maïs 1922
Hennys he
München
G. E.
Leopaldstr. 59
1 i
endlich habe ich einmal wieder besser geschlafen und schreibe Ihnen.
Lieber Freund,
In der Klinik schlief ich, aber den Ansprüchen des wieder entfesselten
Nun am
Lebens bin ich offenbar noch nicht ganz gewachsen.
1. April sollen wir an den Bodensee reisen, Mitte Juni denke ich
wieder in Gastein zu sein. Nachher? Das ist das problem. Könnten
wir in Salzburg oder Steiermark zusammentreffen? Sie haben
es dann hoffentlich schon mit einem Gesunden zu thun. Jetzt bin
ich noch in einem Zwischenzustand, der aber schon recht erträglich ist.
Die Wunde selbst ist gut verheilt.
Ihre Nachrichten stratzen von Thätigkeit, mir wird warm und
wohl dabei. Was das Stücks betrifft, glaube ich von der Angelegenheit
der Dreizahl etwas zu verstehen. Wir hat ein solche gottgegebene
rend unverbruchlicher Eintheilung von jeher eine Art von Halt und
zuversicht gegeben. Mir schien wohl: was formal restlos aufgehe,
müsse auch innerlich richtig sein. Jedenfalls habe ich schon in den
"Göttinnen" das Grundgesetz 3 rnd 6 gehabt. Bei meinem
- Ich freue mich auf Ihr Stück,
und wäre glücklich gewesen, Ihre „Schwestern“ im Burgtheater zu sehen,
jetzigen Roman ist es 5 und 8.-
Den
Ich habe mich überzeugt: nur dies ist wirklich Ihr Theater¬
Medardig" ich is dort 1911. Wo könnte er jemals so heraus¬
Übrigens. Ruf und Wirkung des Burgtheaters. Nach meiner
dortigen Aufführung habe ich sofort eine Anfrage aus England
kommen!
In Deutschland wird das Stück
seit 1917 gespielt, ohne daß Derartiges geschehen wäre.
wegen Mme Legros bekommen.
Seit Sprem Brief las ich in der Zeitung, daß der „Reigen“ gut
vorübergegangen ist. Die liberale Presse hat Ihnen nicht geholfen
sie würde Ihnen auch anderswo nicht helfen. Auf dem Posten ist
"Neulich stand im Berl. Bagebl. ein
immern nur die Gegenseite.