B16: Brahm, Otto 2 Arthur Schnitzler an Brahm, Abschrift (Fortsetzung) , Seite 64

Brahm
Wien 21.1.1911.
Lieber Freund.
Ich danke Ihnen für die Uebersendung des
Briefes von Direktor Bock, den ich ebenso dum als Frech
finde. Hier ist meine Antwort, ich würde Sie bitten sie
zu lesen und den Brief dann an Direktor Bock weiter
zu expedieren.
Was die “Contesse Ziezi“ anbelangt, tat mir nun der
Gedanke gekommen, ob man nicht einfach wie in Wien die
"Liebelei" dazu geben könnte. Vielleicht wäre des euch
im Hinblick auf den Erfolg in der Komtschen Oper ganz
aussichtsvoll. Auch an den "Kakadu" habe ich wieder
gedacht.
Lauter Unverbindlichkeiten, hingegen ebenso vor¬
bindliche als herzliche Grüsse
Ihres
Herrn Direktor Dr. Otto Brahm, Berlin.
V.J.
" "
Von tädtigen wäre, als ettämän
Brahm
16.3.1911.
Lieber Freund.
Es wäre mir sehr angenehm, wenn Sie mir
die Kürzungen des „Weiten Lands“ recht bald schicken
könnten. Die lessing'schen genügen mir vollkommen, ja
für meine Burgtheaterzwecke wäre es mir sogar sehr
lieb, wena Sie die müte hätten mir ein Exemplar mit
diesen Strichen zunächst schicken zu lassen oder wenn
Sie wenigstens die von Lessing und die von Ihnen vorge-
schlagenen striche irgendwie unterscheidbar machan
würden.
grossen
Gratuliere herzlich zum Erfolg von
„Glaube und Heimat". Wie steht es nun mit Ihren weite.
ren plänen? Kommen Sie mit „Ratten“ und „Kindern“
nach Wien. Wir haben die Absicht etwa um den 10. April
herum auf 2-3 Wochen südwärts, etwa an die piviera zu
reisen.