B121: Fischer, Salomo_1924–1927 Arthur Schnitzler an SF Durchschläge, Seite 119

Meine letzten drei Stücke sind also in
Berlin nicht gespielt worden.
Um nun Missverständnissen gleich vorzu-
beugen: „Der Gang zum Weihe wurde von uns
nicht am eingereicht, sondern das Deutsche
Theater hat sich ihn auf das Drängen der Frau
Kinz kommen lassen.
Ich möchte ferner bemerken, dass eine
Aufführung am Deutschen Theater nur dann für
mich Interesse hat, wenn ein gleiches In¬
teresse und die Möglichkeit einer ausgezeich-
neten Besetzung beim Deutschen Theater vo
liegt. Es handelt sich mir nicht im geringsten
darum, dass man wieder einmal etwas von mir
gibt, so willkommen es mir auch wäre insbe-
sondere eines meiner neueren Stücke gut inszer
niert und gut gespielt an einer ersten Berli-
ner Bühne zu sehen. Welches meiner Stücke am
ehesten Erfpügschancen hätte, lässt sich schwer
bestimmen, das hängt ja sehr von den Besetzungs
möglichkeiten im einzelnen Falle ab.Ich bin
daher ferne davon irgend eines meiner Stücke
sei es dem Deutschen Theater oder irgend einem
andern vorzuschlagen und erwarte vielmehr
Vorschläge von der anderen Seite. Für Ihre
Bemühungen in dieser Sache danke ich in jedem
valle sehr. Falls ein Abschluss durch den Ver-
lag Fischer geschehen sollte,so gelten natür-
lich die üblichen Bedingungen. Ohne meine Zu-
stimmung bitte freilich nichts zu verfügen.
Mit Interesse,wenn auch ohne sonder-
liches Erstaunen habe ich von den Liebstählen
und Betrügereien der Theaterdirektionen gele-
sen, die neulich auch bel uns In Wien zur Spra
che gekommen sind. Sie wissen ja, dass ich Im-
mer der Ansicht war, man gehe gegen diese Gau-
ner viel zu midde vor. Ich bin neugierig, ob
unter den defraudierian Summen auch Tantiemen
2.6.1927.
für meine Stücke sich befinden. Zwar haben
mir die Direktoren in Berlin (mit geringen
Ausnahmen ) direkt gezahlt, doch wäre es wün
schenswert, dass die Tantlemen auch dieser
Vorstellungen,insbesondere die bei den Rot¬
ters stattgefundenen, der Kontrolle nicht am
Wie geht diese Sontron
Ende entzogen werden.
ehe überhaupt rein technisch vor sich?
Meine unverbindliche Anfrage den
„Reigen“ betreffend,ob der Verlag Fischer
Wert darauf läge das Verlagswaut des „Rei
gen zu übernehmen, wiederhole ich mit dem
Ersuchen um baldige Antwort.
Ich danke für die Zusendung der
Kritiken über „Spiel im Morgengrauen; wel
ches Bureau verschafft Ihnen diese Kritiken?
Jedesfalls habe ich-durch Goldschmidt nicht
den dritten Teil erhalten.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr sehrergebener
Herrn Dr. Konrad Maril,
c.Fischer,Verlag,
Berlin.