B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1888-1914 Originale, Seite 132

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Gent
S. FISCHER. VERLAG
BERene W., DEN 26/9. 1900.
TELEPHON: AMT VI, No. 1662.
BÜLÖWSTRASSE 91.
Reis van
auf gezeichnet,
Diese ist die gefähr¬
Herrn Dr. Arthur Schnitzler
stellt! Der Leser empfin-
Wien.
tleid für das
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Lieber Herr Doctor!
Ich lasse Ihnen einliegend die diesjährige September-Abrechnung zugehen.
Das Ihnen zukommende Guthaben von M 415,68 folgt gleichzeitig per Postan-
weisung.
Für die im Laufe des Jahres bezogenen Bücher lege ich eine Rechnung
über M 11,10 bei. Ich habe diesen Betrag von Ihrem Guthaben nicht gekürzt,
G.F.P.
weil ich denke, es wird Ihnen angenehm sein, diese Rechnung mit den Ihnens
zustehenden Freiexemplaren von Anstell über die Sie noch nicht verfügt
haben, zu verrechnen. Coschall hat 20 Freiexemplare bekommen, Ihnen stehen
50 Freiexemplare zu. Ich lasse Ihnen gleichzeitig 10 broschierte und 10
gebundene Exemplare des „Anatol“ zugehen und eine Aufstellung über die zu
Ihrer Verfügung stehenden Freiexemplare.
Gleichzeitig lasse ich Ihnen per Postpaket das Manuscript von
„Bertha Garlan" wieder zugehen. Ich erlaube mir bei dieser Gelegenheit,
was ich schon lange auf dem Herzen habe, Ihnen einige Worte von meinem
Eindruck über „Bertha Garlan" zu sagen. Vor allem beglückwünsche ich Sie
zu der Kunst des Erzählens, die Sie in diesem Werke zu hoher Vollendung
gebracht haben. Bertha ist eine der prachtvollsten Figuren, die Sie ge-
schaffen haben. Mit überzeugender Kraft führen Sie sie aus ihrem nüchternen
Alltagsleben zu dem grossen Ereignis ihres Lebens. Und dieses Erlebnis selbst
der Höhepunkt des Werkes, ist mit einem seltenen poetischen Glanz umgeben.
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