B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 13

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S. FISCHER,VERLAG, BERLIN,
Im Hinblick auf die Garantieforderungen schiene es mir jeden
falls zweckmässig, den Bühnen in der Provinz Ihre neuen Einakter
erst in Herbst vorzulegen. Vielleicht ist im Herbst die Situation
so aussichtsvoll, dass wir bessere Garantien erzielen können als
jetzt, während bei einer Verschlimmerung der Situation die Theater
ohnehin nicht in der Lage sein werden, Vereinbarungen, die jetzt
getroffen sind, einzuhalten. Natürlich könnte damit bei den grossen
Hofbühnen eine Ausnahme gemacht werden, aber auch da ist es fraglich,
ob wir im Herbst nicht höhere Garantiezahlungen erreichen können.
Die steigende Meisterschaft, mit der Sie Willensvorgänge ent-
wickeln, enthüllen und dramatisch sichtbar machen, hat mir die Lek-
r drei Stücke sehr genussreich gemacht. Ich glaube, Sie
können auf eine besonders starke Bühnenwirkung rechnen. Bassermann
türe Ihn
cʼest lʼannée de nouveau.
wäre die ideale Besetzung für die männliche Hauptgestalt der drei Stücke.
Ich zweifle nicht daran, dass Sie sich bei Barnowsky Bassermanns ver-
sichert haben, und es wäre sehr wichtig, dass die Berliner Aufführung
mindestens am gleichen Tage mit der Wiener Uraufführung stattfindet,
denn die deutsche Provinz richtet sich nicht nur nach dem Berliner
Erfolg, sondern auch nach der Berliner Darstellungsart, und da wäre
das Beispielhafte Bassermanns für die Provinz sehr wichtig.
Wollen Sie also, dass wir die Drucklegung des Bühnentextes auf
den Herbst verschieben oder wünschen Sie, dass jedenfalls die Korrektur-
abzüge an die Bühnen, die sich gemeldet haben, bald versendet werden?
Mit herzlichen Grüssen
Ihr
F. Fischer