B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 359

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29. April 21
Gr/si
Herrn Dr. Arthur Schnitzler
Wien
Sehr geehrter Herr Doktor,
zu der Angelegenheit der amerikanischen Gesamtausgabe bemerken wir,
dass unsere diesbezüglichen Ausführungen und Vorschläge von Ihnen sicht-
lich missverstanden worden sind. Wir haben keineswegs in Anregung brin-
gen wollen, dass Sie wegen der durch die Firma Brandt & Kirpatrick
bestehenden Aussichten mit andern amerikanischen Verlegern nicht in
Verkehr treten mögen. Wir hielten es lediglich auch in Ihrem Interesse
für wünschenswert, wenn Ihre direkten Verhandlungen die Sie, wie wir nach-
träglich hörten, durch Frau Paukner führen, so geleitet würden, dass Sie
sich Ihre Entschlüsse vorbehalten bis andererseits auch der angekündigte
definitive Vorschlag von seiten der Firma Brandt 4 Kirpatrick vorliegen
würde. Wir kennen nicht die Bedingungen, die der Verlag Selzer Ihnen gegen
über stellen wird, noch können wir heute beurteilen, was Brandt & Kir-
Patrick in dieser Beziehung anbieten werden. Bei aller gebotenen Skepsis
scheint es uns jedoch einzig und allein Ihr Interesse, tunlichst auf Grund
zweier Angebote zu entscheiden, welches Sie wählen wollen. Wenn Brandt &
Kirpatrick in Ihrem Briefe bemerken, dass sie auf diese Angelegenheit eine
erkleckliche Zeit verwendet haben, so haben wir in dieser Bemerkung keine
wegs die Anmeldung eines Anspruches erblickt (die Firma ist vielmehr
auf das Genaueste darüber orientiert, dass unsere Verhandlungen völl
unverbindlicher Art sind). Dass andererseits ein Kaufmann das Bestrebe