A113: Fink und Fliederbusch. Komödie in drei Akten (Journalisten, Der Unsichtbare und die zwei Schatten), Seite 78

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Neues Wiener Journal
Liszt verblassen, und wenn ich dem Meister später wieder begegnete, so auf der
mit versäumte er es nie, mir mit einem wehmütigen Lächeln zu sagen. Gesellschaft
der daß auch er seinen römischen Aufenthalt niemals vergessen
deutsch=der
Deutsch=Südamerikanische Ge
werde.“
v. Rheinba
schlägigen Vereine, der „Deutsch
die Zukunft
Förderung der gegenseitigen Handels
mit einer
war an der Teilnahme verhindert, ha
preußischer
Ein Ball bei Francis de Croisset.
Der An
er der
(Der Gastgeber russischer Großfürsten und des orkeanistischen Adell
druckt vorliegen, zu übergeben. Das Wer
Gesellschaft
lussischen Gesellschaft und Verhög=
Petersburg. — Boykott der r
dieses Monats fertiggestellt sein. Außer den
sollte, währ
oyalistischen Blätter. — Die R
e an dem Neffen.
et Advoka
er ein paar Freunde der Dresdener Hof
Gesellschaft
rafen
auf dies
der Prinzessin von Orleans. — Eine geistreiche Rache
s Exemplars.
theater in den
steister
merken, daß
Paris, Mitte Juni.
gefaßt,
Es n
Francis de Croisset, der Autor mehrerer bekannter Lust
scher Stram
rianon=Theater.
Ihnen
spiele, die auch den Weg zu fremden Bühnen gefunden haben
an die Wan
wen
der Andere“ (Lex deux canards).
gab in seinem prächtigen Palais vor einigen Tagen einen Ball
Goethe-Gese
von Tristan Bernard und Athis.
dem die Großherzogin Wladimir von Rußland, der Großhenzo
Lustspiel in
gliedern der
Deutsch von Max Schoenau
und die Großherzogin Cyrill, der Großhenzog Dimatri und di
ewandte Uebersetzer hat- sich nicht getraut, den
waren
Tagung gesch
Spitzen des orleanistischen Adels, die Rochefoucaulds, die
ps. Der sp̃
Resultat ist
owegs sinngemäß zu verdeutschen. Nu
ramonts, die Foncigny=Lucinges, Vogués, Castellanes usw. bei
französischen
Stück selbst wird ein paarmal von Käseblättchen oder A
die oben
wohnten. Das wäre schließlich im Reigen von Festen, der jetzt
en. In der Tat befehden sich unter sehr provinziellen
Goethe-Fester
blättchen gespr
die Pariser Gesellschaft durchzieht, nichts Besonderes, wenn nicht
das leidenschaftlichste ein rotes Käseblatt und ein
den Opponen=
Verhältnissen
blaues Wurstblatt, die beide in einundderselben Druckerei er
einige republikanische Blätter diesen Ball der Monarchisten zum
zu sichern, in
inunddemselben Redakteur beleitartikelt werden
Anlaß nähmen, um aus einige unliebsame jüngste Episoden
scheinen und r
wurde.
er sonst so glanzvollen Existenz Francis de Croissets hin
stand und Quelle aller Verwirrungen ist es, daß von
Erschwerender
der Identität dieser Gegner keine der beiden Parteien ein
nachs-
weisen.
hieraus ergibt sich der farblosere deutsche Titel „Et
Der Pariser Autor weilte nämlich im vergangenen Winter
Ahnung hat
Eine G
als Delegierter der Gesellschaft französischer dramatischer Autoren
und der Ander
rlt die Konfusion, die sogar zu einem Duell mit sich
Bisweilen
in Petersburg. Der Empfang, den er dort fand, entsprach
Man könnte auch an Satiren auf Duellunfug
selbst führt, kon
nicht seinen Hoffnungen. Die vornehme russische Gesellschaft, die
Pressekorruption und ähnliches denken. Im Palais Royal in Pari
kommt vielleicht sowohl die Komik wie die Satire schärfer heraus
natürlich scharf antisemitisch ist, konnte es Herrn de Croisset
Teleg
Eine
Unter dem Berliner Stadtbahnbogen verläuft alles sehr harmlos
mühu
nicht verzeihen, daß er als Jude geboren ist und erst kürzlich den früherer Bea¬
den i
und nur die kleinen Ehebrücheleien erinnern noch an die Herkunf
Glauben seiner Väter gegen einen, der vornehmen Pariser Gesell
hatte und
veran
schaft sympathischeren, eingetauscht hatte. Man spann ein förm
hier als Prik
dieses Stückchen
Das Publikum hielt sich zumeist an die gemütlich und verlegen
außer
liches Komplott gegen ihn. Während ihn die Petersburge
daß eine mel
heitere Darstellung des Herrn Hans Junkermann, der den
Aristokratie, an die sich Herr de Croisset seiner Gewohnheit ent- einem Priva
Doppelgänger seiner selbst gab. Daneben tat sich Herr Leopold
sprechend herandrängte, kalt boykottierte, sprachen gewisse von zehn Ja
als behaglich gaunernder Buchdrucker hervor. Fräulein Limburg
ein Zeitungen gegen die Pariser Autorengesellschaft, die einer
erste Gatte
hatte Augen und Toiletten, die Uebrigen hatten wenig zu tun
Juden als Delegierten entsendet hatte, dessen Drohungen Ahnung. Al
Widmu
th. Im Deutschen Opernhaus (Charlottenburg) gastierte
aus. Ein Gesuch, vom Zaren in Audienz empfangen zu werden
erfuhr, trat
gestern abend Herr Julius Peters aus Prag als Eleaza
blieb ohne Antwort, und entgegen der sonstigen Credition besucht
Dem zweiten
Num
in Halevys „Jüdin“. Darstellerisch wurde er der Rolle, derer
das Zarenpaar das französische Théâtre Michel in Petersburg
dritten Gatte
typische Züge nicht so leicht zu verfehlen sind, großenteils gerecht
auch während der Anwesenheit de Croissets nicht. Zu gleicher Zeit
aufwendete.
obwohl er das Fanatische gelegentlich hätte stärker betonen können
seines
berichtet das führende und heftigste royalistische Blatt in Paris
opfert, um si
Gesanglich jedoch blieb er seiner anspruchsvollen Partie mancherle
die „Action Française“ so genau alle Beleidigungen, die Herr
weder ein no
schuldig. Die Stimme besitzt in der mittleren Lage echten Helden
de Croisset zuteil wurden, daß man annehmen darf, sie sei vor
tenortimbre, der aber in der Höhe durch starke gaumige und Faner
anwaltschaft,
den Agierenden selbst unterrichtet worden. Der geheime Grund dieses dürften noch
Ansturmes der Royalisten gegen den Autor war, daß Herr
de Croisset in Wahrheit Franz Wiener heißt und einen Onkel hat
Sam Wiener, der belgischer Senator und einer der bedeutendsten
Alexan
Advokaten in Brüssel war, ehe er vor einigen Monaten starb
Sam Wiener war nun von der Herzogin von Orleans
in dem Prozeß, den sie gegen ihren Gemahl, den
Prätendenten, auf Zahlung einer Alimentation anstrengte
(Wohnungskrise)
gewählt worden, und das konnten
Anwalt
die Königstreuen der Prinzessin nicht verzeihen und sie rächter
In Par
sich an dem Neffen des Advokaten, der es wagte, dem Prätendenten
Wohnungskrisi
ob seines Verhaltens gegen seine Frau ungeschminkt die Wahrhett
zu sagen.
Der „Temps“
Herr de Croisset tat alles, um den Angriffen in möglich
mitteln wie h
weitem Umkreise auszuweichen. Er war der erste, buchstäblich der
befragten Par
erste, der einen Beitrag zur Errichtung eines Monuments fü
der soeben Mi
Calmette sandte, obgleich auch der „Figaro“ ihn heftig angegriffen
Gebiet der so
hatte. Er lud auch zu seinem Balle Delcasse ein, obgleich diese
worben hat, d
im Vorjahre Botschafter in Petersburg war, und sich weigerte, in
tigkeit der A
dem Boykott der dortigen Gesellschaft für de Croisset zu inter
In Paris be
venieren. In ironischer Weise bezeichnen die Blätter den Ball- da die Bevöl
als „geistreiche Rache“, aber unter dieser Fronie darf man wohl/ Leute kaum na
andere Bezeichnungen für die dem alten Testament durchaus nicht
worden ist.
entsprechende Großmut und Versöhnlichkeit des Herrn de Croisset; deutung und
verstehen.
Familien nicht
Anzeichen,
Zimmern ha
sehr beunruhi
Goethe=Gesellschaft
Die deutsche
für Junggesel
vertriebenen
Gefahr.
niederster Ordn.
ses von der Wartburg.
Die unangebrachte Schneidigkeit