A20: Flucht in die Finsternis (Der Verfolgte, Wahnsinn), Seite 121

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meinen Neffen in die Hände fiele und sie sich über ihren ver-
rückten, längst verstorbenen Onkel lustig machen."
„Du bist ja sehr besorgt um deinen Nachruhm", meinte
Otto. „Aber wahrscheinlich bin ich es- unbewusst-schon früher
allerhefs etwas lächerlich
gewesen und das kennenittierende Schriftstück dürfte gar nicht
mehr existieren. Wenigstens erinnere ich mich nicht, dass es mir
seit vielen Jahren unter/ die Augen gekommen wäre."
„Ich hätte natürlich auch nicht mehr daran gedacht,
aber die neue Lebensperiode,in die ich eintrete,-nicht wahr,
Otto, du verstehst ja - - man möchte alles weit hinter sich ge-
worfen haben, was nach an trübe Epochen der Vergangenheit mahnt,
man möchte jede Spur davon aus der Welt verschwunden wissen....
Leider geht es nicht mit allem so einfach- wie mit einem Stück
Papier."
Otto war aufgestanden und legte dem Bruder, der ihm
gegenüber auf einem Lehnstuhl sass, mit einer ungewohnten Geber-
de der Herzlichkeit die Hand auf die Schulter. Und mit einem
allzu freundlichen Lächeln sagte er: „Hast du wirklich jemals im
Ernst daran gedacht, dass ich von deiner mir gütigst erteilten
Ermächtigung Gebrauch machen würde?“ Und mit einem etwas ange-
strengten Versuch zu scherzen fügte er hinzu: Da hätte ich es
schon längst tun miissen."
Darin kann ich dir freilich nicht Unrecht geben,
erwiderte Robert bedrückt, aber nun ist ja doch alles anders
geworden, Gott sei Dank. Ja, Otto, dass ich Peula gefunden habe,