B8: Beer-Hofmann, Richard_8.2 Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler 1910-, Seite 41

Meine Frau hat sich gestern bei Ihnen vergessen!
Oberst:
Herr Oberst scherzen.
Max:
(stark) Sie hat sich vergessen.
Oberst:
Sebastian: Melde gehorsamst,Herr Oberst,da liegt sie noch. (er
will sie aufheben).
Lassen Sie! (zu Max) Ich will, dass man sie
Oberst:
später bei Ihnen finde!
(will auf Max zueilen) Max!
Marie:
per alte Moser: (hält sie am russ fest) Geh nicht weg von mir,
Marie! Ich hab Dich gequält; ich bin ein alter kranker
Mam von neunundsiehig Jahren! Vergib mir!
(sanft) Ich vergebe Dir!
Marie:
Oberstin: (wild) Sie vergibt I h n e n, Sie vereibt Sie,
sie vergibt in allen Fällen! Ein sanftes Mädchen, Ihre
Tochter! Und Sie, Herr Rittmeister, sollten sich auch
schämen! Hören Sie auf mich zu zwicken! Sonst steh
ich auf!
Irene!? Welcher Rittmeister zwickt Dich?
Oberst:
Herr Oberst, wir sind beide vor Regiment der Geweihten.
Max:
Oberstin: Der Herr Moser!
Wher wiesst Du Irene, dass er Rittmeister ist?
Oberst:
Sebastian: Melde gehorsamst: Am Zwick,Herr Oberst!
Katharina: Stecken Sie mir die Locken auf,Sebastian!
sehastian: (fängt an,sie zu frisieren).
Herr Rittmeister, Sie werden diesen Mord (auf Irene
Oberst:
weisend) auf sich nehmen und sich morgen Früh stand -
rechtlich erschiessenlassen, (bitter höhnend) Es wird
Ihnen nicht schwer fallen, Sie sind ja das Sterben ge-
wöhnt!
Der alte Moser: Ich bin ein alter Mann von neunundsiebzig Jahren -
1,1
Und erst Rittmeister?
Oberst:
Katharina: Noch diese Locke,sehastian.!
sagen
Wo haben Sie gedient,Herr Rittmeister?
Oberst:
ssen soll,
Der alte Moser: Wir sind alle blaue Kürrassiere!
Oh,über die verschlungenen Schicksalswege! So sind
Oberst:
Sie der Rittmeister Moser, den ich erfunden habe?
Katharina: Noch eine Locke hier,sebastian!
Sebastian: (eine Locke aufsteckend) N o c h ein Dreh!
Da wären Sie ja an allem Schuld, was uns heute trifft!
Oberst:
Rittmeister,
Der alte Moser: Wenn sie mich aber erfunden haben!
(bitter) Das hat Sie nicht gehindert wirklich zu sein.
Oberst:
Jetzt,erkennen wir es,Herr Moser! Sie sind an allem
Arzt:
schuld! Und an Ihrem eigenen Tod trifft Ihre arme
Tochter kein Verschulden. Sie selbst haben sich umge-
bracht. Wären Sie damals, anstatt feige davonzulaufen
den Heldentod gestorben - Sie hätten nie geheiratet,
hätten nie eine Tochter (die Sie notgedrungen vergif-
ten musste) gehabt - und wären heute,- mit Ausnahme
kleiner Altersbeschwerden frisch und gesund!
Sebastian: (eine neue Locke aufsteckend, sehr begeistert) Noch
ein Dreh!
Oberstin: Um Ihretwillen,sie alter Feigling,muss mein Mann
sterben!
Um Ihretwillen,Herr Rittmeister,ist ein ganzes Regiment
Oberst:
totgeweiht!
Der Arzt: sie sind an allem schuld, Herr Moser!
Der alte Moser: Jetzt ist’s zu viel und vor allem, Herr Doktor,
sagen sie nicht Herr Moser, sondern Rittmeister zu
mir. Mein Davonlaufen ist an allem schuld? Ja,