B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 80

Abschrift
Sehr geehrter Herr Greiner,
gestützt auf unsere langjährige gute Ge-
schäftsverbindung möchte ich an die Vornehmheit Ihres Verlags appelie-
ren. Ich habe heute „Fink und „Fliederbusch“ gelesen und möchte das
stück unbedingt spielen. Ich kann aber als Geschäftsmann nicht die Ver-
antwortung übernehmen, für dieses reizvolle Stück, dass aber alles eher,
als für das grosse Publikum bestimmt zu sein scheint eine derartig ho-
he Garantie zu zahlen. Nach meinem gestrigen Telegramm müsste ich nun
auf das Stück verzichten. Ich möchte Sie nun, sehr geehrter Herr Greiner
herzlich bitten, Sie wissen ja wie nahe mir Schnitzler stehg, mir das
Stück mit M. 1000.- Garantie zu überlassen. Irre ich mich und gibt es
einen wirklich grossen Publikum Erfolg, so werden Sie sicherlich mehr
als diese M 1000.- erhalten. Habe ich aber recht, so wird mein Verlust
auch in diesem Falle noch gross genug sein. Ich glaube nicht, dass dies
im Sinne Ihres Verlages und Dr. Schnitzlers ist. Wir haben seinerzeit
für „Berhardi“ M. 1500.- bezahlt und sind weit über die Garantie ge-
kommen, während wir bei „Komödie der Worte“ bei 2000.- Carantie,einen
Verlust von ca M 750.- hatten. Es wäre für mich sehr unerfreulich, wenn
ich auch bei dem neuen Stück mit einem grossen Verlust rechnen müsste.
Ich bin überzeugt, dass Sie meinen Grund gelten
lassen werden und habe in diesem Sinne den Vertrag unterzeichnet, den
si hher
Sie beiliegend finden. Ich glaube, dass Dr. Schnitzler; wenn sie ihm
meinen Grund mitteilen werden sicherlich damit einverstanden sein wird.
Soll ich an ihn direkt schreiben? Ich hoffe eine befriedigende Antwort
von Ihnen und bin mit besten Grüssen Ihr sehr ergebener
P.S. (handschriftlich) Werter Herr Greiner, ich rechne bestimmt auf Er-
ledigung in meinem Sinne. Ich habe das für die Pflege der Schnitzlerischen
Stücke wirklich verdient.
Nochmals der Ihr