B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 148

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2/XI. 1918
Herrn Dr. Arthur Schnitzler
Wien
Lieber Freund,
wir drucken vom "Casanova" 15000 Exemplare in Wien und 25300 Exemplares
in Leipzig. Ich musste mich infolge der eingetretenen Verhältnisse in
Oesterreich rasch entschliessen, auch in Leipzig zu drucken, damit wir
bei eintretenden Transportschwierigkeiten nicht in Verlegenheit geraten.
Das ist auch der Grund, weshalb ich anstatt 30 000 Exempl. 40 000 drucken
musste, weil ich mich für alle Fälle von den Wiener Beständen hier unab-
hängig machen muss.
Nun entsteht die Frage, ob wir den "Casanova" wie projektiert, Mitte
ou leur että
November herausgeben sollen, falls die gegenwärtigen Verhältnisse zu
einer Entspannung nicht geführt haben. Unsere Situation ist begreif-
licher Weise nicht dazu angetan, ein Buch, das auf weite Kreise wirken
soll, zu fördern. Es wird wohl am besten sein, wenn wir uns darüber in
etwa 8-10 Tagen telegraphisch verständigen.
Ich lege eine Gutschriftnota für Ihre Gesammelten Werke bei; den
Betrag von M. 34 500.- halte ich zu Ihrer Verfügung. Es wird ferner
demnächst das Honorar für die ersten 20 000 Exemplare von "Casanovas"
Heimfahrt" mit M. 22500.- fällig sein. Ich habe Ihnen durch Beer-Hofmann
sagen lassen, dass ich, falls Sie es für ratsam halten, ein Markkonto
hier für Sie bei der Deutschen Bank errichten könnte, da möglicher