B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 160

42 x
JERLAG
1
FISCHE
Bankkonto: Deutsche Bank, Depositenkasse P. Berlin / Postscheckkonto. Berlin 1669a
BERLIN W 57, BULowSTRASSE 90
Ferneuf: Lützow 1662, 6162 und 9292
30. Jan. 1919
F/S1.
Herrn Dr. Arthur Schnitzler
Wien
Lieber Freund,
Rosenbauns Leistung läge natürlich nicht nur im Technischen, das
ist eine geringfügige Leistung, die ein junger Buchhandlungsgehilfe
mit mehr Sachkenntnis ausüben könnte. Als Vertreter der Gesamtinte-
ressen des Verlages hätte er zwar auch damit zu tun, aber das füllt
bei weitem nicht Zeit und Stellung eines höheren geamten aus. Wesent-
lich wäre, dass er die Fähigkeit mitbrächte, zum geistigen und künst-
lerischen Leben Oesterreichs ein Verhältnis zu gewinnen, das ihn
befähigt, urteilend, werbend und vermittelnd für uns zu wirken. Ich
bezweifele, ob er diese Fähigkeit besitzt und darum weiss ich nicht
recht, ob Rosenbaum für uns der gegebene Mann bleiben kann; ich hatte
übrigens von Anfang an diesen Eindruck. Es ist vielleicht besser,
Sie sprechen mit Rosenbaum garnicht über diese Angelegenheit, ich
kann noch nicht sagen, in welcher Weise sich die Frage der Vertretung
für uns lösen lässt.
Mit Linden haben wir inzwischen „Gasanova“ für Schweden mit
a-
1000 schwedischen Kronen abgeschlossen. Verhandlungen für Dänemark
resp. Norwegen sind mit Nordiske Forlag und einem anderen Wünischen
Verleger. im Gange.
Vom „ Casanova „ haben wir in Wien 25 000, in Leipzig 15 000 Exem-
plare gedruckt. Es ist, wie Sie sich erinnern werden, der Vorsicht
wegen geschehen, um uns hier in Deutschland für alle Fälle von dem