Brandes Arkiv: Brandes Arkiv – Schnitzler an Brandes (umgekehrt chronologisch), Seite 55

cht existieren,von der Ausführung seiner va-
erländischen Absicht abhalten lässt. Die, Ko-
die der Worte hinwiederum hat das Sittlich.
eltsgefühl dieser Herren aufs Tiefste belei-
gt. Dass unter Sittlichkeit nach wie vor
recht etwa Währheit oder sonst etwas Vernünf.
ges oder Positives, sondern ausschliesslich
unterdrückung des Geschlechtstrieben verstan-
den wird, brauche ich Ihnen nicht erst zu er-
zählen. Und dass ich in dieser grossen Zeit, weil
sämmtliche Männer für das Vaterland fechten,
ausser denen, die zuhause sitzen und Thasterre.
ferate schreiben) und sämmtliche Frauen trauen.
er klagen, nicht nur an Opfermut, sondern auch
reue das Ungeheuerste leisten, abgesehen
denen, die es nicht tun) so erbärmliche
te auf die Bühne zu stellen verge, das hat
sonders gesinnungstüchtige Leute (In der Köl
chen Zeitung, und viele andere Zeitungen ha=
erne nachgedruckt) zu der kühnen Frau
letzten
de Votre
Bekannten haben wir zu beklagen. Im Einzelnen
über all dies weiter zu reden müsste ins Gren-
zenlose führen. Ist es schon in ruhigeren Zei-
ten etwas verwegen, im Dezember vom nächsten
Sommer zu sprechen, so erscheint es jetzt bei.
nahe verrückt. Trotzdem möchte ich düesen Brief
nicht gerne schliessen, ohne des Hoffnung einer
baldigen Wiederbegegnung mit Ihnen Ausdruck zu
geben, und jedenfalls wäre es sehr liebenswür¬
dig von Ihnen uns ab und zu durch eine Zeile
von Ihren Befinden, von Ihrem Wohlbefinde zu
benachrichtigen. Wellen Sie in meinem Namen
auch Peter Nansen die besten Wünsche für seine
baldige Genesung bestellen; seine neue Novell
wird man wohl auch bald in deutscher Sprache zu
lesenbekommen. In den vielen Jahren, da er lei
der schwieg, hat man ihn hier keineswegs verwandt,
gessen und wird sich seiner neu erwachenden
produktionskraft aufrichtig freuen.
Und nun leben Sie wohl, und
In meiner Frau, aufs Allerher
lieuës