A143: Die Frau des Richters. Novelle, Seite 105

136
oder sie ihm hinterrücks, einen Dolch-
22/3.23.
135
stoss versetzt hat ( oder wenn sie
Fürsten zu Fürsten, von Gericht zu Gericht
nicht ihre Ehre zu verteidigen gewasst
geheimnisvolle Fäden und Seine Gnaden,
hat) sich mit ihr vergnügt,wie es Ty-
der Herzog,jawohl,Freund Tobias, dersel-
rannen zu tun pflegen,wenn sie sich laus
be, der vor kaum einer Stunde hir an der-
einem guten Bürgerhause eine Tochter
selben Stelle sass, wie du jetzt und aus
oder eine Ehefrau in ihr Bett geschleppt
ni. Wandlle
demselben Glase trank, aus dem du jetzt
haben, gerade so wie der eben verstorbe
trinkst, dem ist es wohl bekannt,wessen
ne Herzog es mit deinen beiden Schwes¬
man sich von dir und deinesgleichen zu
tern gemacht hat und wie wir es uns ohn
gewärtigen hat und also - ‘Tobias erhob
mächtig seit hundert Jahren gefallen
sich, die Lehne des Stuhls in der einen
lassen müssen, wenn es uns nicht das
Hand. Nun aber red einmal, toll oder
Leben oder die Freiheit kosten soll."
nicht, was redst du da vom Herzog).An dem
Tobias Klenk sass mit offenem Mund und
Dr Her.
Tisch hier und aus dem Glas? Was willst
mit aufgerissenen Augen da und es klang
Nie seit ist it weill de het Col
du mit all dem?" „Nun,so will fon dir
wie Hohn und Zorn zugleich, als er
sagen, dass der Herzog vor zwei Stunden
sagte: „Dein Weib mit dem Herzog davon-
Reyer
enem als das Gewitter niederging,hier an
Adalbert erhält's du mich zum Narren, so
Dr
meinem Hause vorfuhrt und eine Viertelstun-
ergeht's dir übel." „Willst du mir
& pult
de darauf mit Agnes davonfuhr nach Carols¬
noch drohen.Mensch, dem ich all das Un-
frü.
Meinigen lust und dass sie zu dieser Stunde, wenn
heil. verdanke, das über mich gkommen
de K, nicht indess ein Wunder geschehen ist,
&c. w du