A20: Flucht in die Finsternis (Der Verfolgte, Wahnsinn), Seite 129

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breiten und später seine vollterzuliche Wirkung entfalten sollte;
Als Robert am nächsten Morgen aus seinem Zimmer trat,
und er nahm sich
fand er seinen Bruder vor der Türe stehen. Robert fühlte sich
Plötzlich wandte Otto sie
erblassen, doch es gelang ihm sein Erschrecken zu verbergen, und
gefangenen Ausdr.
wie erfreut rief er aus: „Du bist’s? Das ist aber wirklich sehr
nett. Willst du nicht —" „Du bist im Fortgehen“, sagte Otto. Er
stand in der Türe, beide Hände in den Taschen seines Pelzes ver-
graben, mit einem allzu heiteren Gesicht. „Oh, es eilt nicht. Kann
doch herein". Und er schloss die Türe hinter dem Bruder, der ihm
ins Zimmer gefolgt war. „Ich wollte dich nämlich fragen“, begann
Otto, ob du vielleicht heute Abend mit Paula und ihrer Mutter
bei uns zu Abend essen möchtest?“ - „Gern, sehr gern“.- „Und da
wollte ich gleich die Gelegenheit benützen und mir doch einmal
dein Zimmer ansehen, das du ja nun nicht mehr lange bewohnen wirst.
Er betrachtete den Raum von allen Seiten. „Ganz hübsch“, sagte er
nach
Nr trat zum Fenster und blickte auf die Heiligenstatue,in deren
la
steinernen Falten gefrorener Schnee liegen gahliehen war, und schien
which
zu überlegen. Robert, auch im Ueberzieher, den Hut in der Hand,
stand hinter ihm und hielt den Blick auf Ottos gesenkten grauen
Kopf geheftet, der sich aus dem Pelzkragen hervorhob und ihm nun
sonderbar fremd erschien, wie der eines müden alten Mannes, den er
nicht kannte. Was hat dieser Besuch zu bedeuten? fragte er sich.
Was will er hier? Flüchtig fuhr ihm durch den Sinn, ob Otto nicht
etwa ein giftiges Pulver mitgebracht hätte, das sich im Raum ver-