B16: Brahm, Otto 1b Arthur Schnitzler an OB, Abschrift, Seite 360

(5.2.03.)
den Teresinas Bruder fordert; immerhin wird ihm das
dunkle Feuer fehlen.». doch man möcht auf nichts andres
verzichten miissen! -
Ob weitere Striche erforderlich scheinen; theilen
Sie mir mögl ichst bald mit; ich besorge das gern sel-
ber. Dass die Andrea-Teresina-Scene (als ganzes) im
2. Akt nicht fortfallen darf, glaube ich bereits gesagt
zu haben.-
Was den Termin anlangt, so wäre mir ein Verschieben,
wenigstens in den ersten Märztagen, sehr erwünscht.
Der Grund ist der, dass am 14.März im Volksth. die Leb.
St. gespielt werden und das dieser Termin fixiert wur-
de,weil ich als spätesten Berliner Beatrice-Termin
den 28.Feber angegeben hat te, so dass die Proben von Be-
ginne an in meinem möglichst leitenden Beisein hätten
stattfinden sollen und können.- Nun kann ich aber, wenn
Sie auf den 7.März beharren,-selbst den Fall gesetzt,
(5.2.03.)
dass man mich sofort nach der Premiere aus der Stadt
jagt,-erst am Dienstag zu einer Probe - unter andern
Umständen erst Mittwoch oder Donnerstag;-das ist mir
nicht angenehm:-könnte sogar,da man die nominelle Re-
gie schon mit Rücksicht auf meine Mitwirkung bei den
Proben verliehn hat, für die Aufführung mußlich werden
Ueberlegen Sie, lieber Herr Brahm, ob Sie nicht Mittwoch
oder Donnerstag vor dem 7. heraus könnten?-
Ich werde gewiss früh nach Berlin kommen; etwa 10-12
Tage vor der Præ und es wäre mir lieb, wenn Manche.
uns angenehme Enttäuschung erleben sollten.-
Dass ich Ihnen aus ser mir selber noch was andres mit-
bringe, ist nun wirklich wahrscheinlich - ob eine fünf-
te oder sechste Bearbeitung - oder ob nur Fragmente,-
oder gar nur eine Entschuldigung,wenn ich wieder einmal
zweifle oder verzweifle - kann ich freilich noch nicht
sagen.- Herzlichst Ihr
A.S.