B121: Fischer, Salomo_SF an Arthur Schnitzler 1915-1930 Originale, Seite 434

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S. FISCHER,VERLAG, BERLIN,
Theaterabteilung
Parités an den "Reigen " herandrängen und mit allen wenn nötig
auch Kriminellen Mitteln das Aufführungsrecht zu erpressen oder zu
erschwindeln suchen. Einen derartigen Fall hatten wir jetzt ge-
legentlich der Aufführungen in Krietern bei Breslau, deren Sie
Erwähnung tun. Es gelang mir, dieser Aufführungen nach den ersten
Vorstellung zu sistieren, nachdem das Polizeipräsidium in Krietern
das behördliche Verbot, welches von uns verlangt worden war, abge-
lehnt hatte. Ein beschleunigter Schiedsgerichtsprozess führte dann
dazu, die sofortige Unterbrechung der Aufführungen durchzusetzen.
Ich habe, als Moissi hier durchreiste ihn nochmals
xx
ausdrücklich gefragt, oh er im Vorjahre "Paracelsus " in der
schwedischen Provinz gespielt habe, dies war aber nicht der Fall.
Die Aufführungen in Gothenburg haben mit Moissi nichts zu tun.
ttersache ist inzwischen günstig erledigt.
lʼhonneur à lʼautre ses même.
Die Roümxx
Das Geld aus dem Abschluss Kopenhagen habe ich Ihren Weisungen ent-
sprechend auf Ihr Konto bei der Eidgenössischen Bank in Zürich
einzahlen lassen. Ich bitte mir freundlichst mitzuteilen, ob Sie
von dort Verständigung über die erfolgte Beberweisung erhalten haben.
G.C.H.F.P.S
G.C.F.P.
Gouvernement
Die Garantie für "Reigen" Holland habe ich mit dem Direktor aus
Amsterdam persönlich hier verabredet und es schien zunächst kein
Einwand dagegen zu bestehen. Wie ich Ihnen aber bereits mitteilte,
liegt die Hinderung nicht darin, sondern in dem Lokalmangel, Der
Plan tauchte in einer Zeit auf, in der die holländischen Theater
und Säle bereits anderweitig besetzt waren. Sollte der Wiener Plan eines
holländischen Gastspiels sich verwirklichen, so ersuche ich höflichst
um Verständigung, damit ich meinerseits unserem Amsterdamer Vertreter
der beauftragt ist, diese Sache nicht einschlafen zu lassen, davon
benachrichtigen kann.