A20: Flucht in die Finsternis (Der Verfolgte, Wahnsinn), Seite 53

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Robert ablehnend, „wenn es ja wirklich warm ist in solchen Stun-
den...?! Heute könnte man sich zum Beispiel ohne die geringste
Gefahr hier ins Gras legen; wie denkst du drüber?" Leinbach war
einverstanden. Sie breizeten die Mäntel aus, streckten sich auf
sie hin und blickten talwärts, sich der gleichen Aussicht erfreu-
end,die Robert tagsvorher von weiter unten mit Paula genossen
hatte. Ein starkes Wohlgefühl durchdrang ihn. Ich bin gesund
und noch jung, sagte er sich. Was ist es nur, was mich manchmal
mit so unheimlicher Gewalt überkommt? Wer weiss übrigens,ob nicht
die meisten Menschen von ähnlichen Gespenstern heimgesucht werden?
Andererseits gibt es vielleicht Leute, die tatsächlich irgend ein-
mal ein Verbrechen begangen und es völlig vergessen haben. Stand
nicht neulich irgendwo zu lesen, dass in England allein jährlich
gegen tausend Menschen spurlos verschwinden? Und es wäre immer-
hin möglich, dass unter diesen tausend manch einer umgebracht wor-
den ist - von irgendwem, der sich später nicht mehr dessen erin-
nert, geradeso wie ich... Oho,rief er sich selbst an und schnellte
auf. Er war mit geschlossenen Augen dagelegen,und nun zitterte
und schwankte die Landschaft überhell um ihn. Leinbach sah ihn
mit einem sonderbar zwinkernden Bliok von der Seite an. Hm,warum
war der eigentlich gekommen? Sollte er nicht etwa ans ganz bestim-
ten Gründen heraufgeschickt worden sein? Von Otto vielleicht?
Unsinn. Der hielt ihn ja im Grunde für einen Dummkopf, Und nicht
ganz mit Unrecht. Für einen geistreichen Dumskopf, wie er sich
neulich einmal ausgedrückt hatte. Immerhin blieb es auffallend,
dass Leinbach den Blick so rasch wieder abgewandt hatte und
nun scheinbar gleichgültig zum Himmel aufstarrte. Robert begann